Übertragung - Gegenübertragung - Übertragungsliebe und der tägliche Umgang damit mit psychisch kranken Menschen

Übertragung bedeutet die Gesamtheit aller eigenen Gefühle, Wünsche und Vorstellungen, die in das Verhalten einer anderen Person hinein interpretiert, auf sie übertragen werden.

Rollenerwartungen können in der Beratungssituation eine zentrale Rolle spielen. Je nach Gefühlstönung werden positive und negative Übertragung unterschieden. Während bei der negativen Übertragung feindselige Gefühle auf eine andere Person übertragen werden, stehen bei der positiven Übertragung freundliche oder zärtliche Gefühle im Vordergrund, die zur Übertragungsliebe führen können.

Die übertragenen Gefühle haben mit der Realität der Beraters wenig zu tun, umso mehr jedoch mit den in der Lebensgeschichte der KlientInnen emotional als bedeutsam erlebten Personen. Bei der Gegenübertragung handelt es sich um die Übertragung des Beraters.

Alle Empfindungen, welche der Klient bei dem Berater auslöst, fallen darunter. Es ist notwendig, dass der Berater seine Übertragungspositionen kennt, sie bei ihrem manifest werden erkennt und auflösen kann. Gleichzeitig sind die Gegenübertragungsgefühle für den diagnostischen und therapeutischen Prozess bedeutsam, weil sie Aspekte der neurotischen Beziehungsprobleme widerspiegeln.

Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene zu erkennen und zu berücksichtigen bedeutet ein besseres Verständnis im Umgang mit den Klienten zu entwickeln, gleichzeitig trägt es zur eigenen Psychohygiene bei und kann dabei helfen, einem Burn-out-Syndrom vorzubeugen.

In diesem Seminar werden neben grundsätzlichen und allgemeinen Informationen zum Thema in erster Linie Beispiele aus der eigenen Arbeit im Vordergrund stehen.

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